Klagen wegen Beschädigung von Sondereigentum ist gegen die gesamte Eigentümergemeinschaft zu richten

In einem neuen Beschluss legte das Frankfurter Landgericht fest, dass bei einer Klage wegen Beschädigung von Sondereigentum der richtige Adressat nur die gesamte Gemeinschaft sein kann.
Auch wäre es nicht erforderlich gewesen, dass der geschädigte Wohnungseigentümer seine Schadensersatzansprüche zum Gegenstand einer Eigentümerversammlung macht. 
 
Eine Eigentümergemeinschaft ließ ihr Gemeinschaftseigentum instand setzen. Bei dieser Maßnahme verursachten ein Handwerker Schäden in der Wohnung eines Eigentümers. Daraufhin machte der betroffene Wohnungseigentümer in der nächsten Eigentümerversammlung Schadensersatzansprüche gegen die Gemeinschaft geltend. Der Antrag wurde per Beschluss von den übrigen Wohnungseigentümer abgewiesen. Danach reichte der Wohnungseigentümer gemäß § 14 Nr. 4 Wohnungseigentumsgesetz Klage gegen die übrigen Wohnungseigentümer ein.
Ohne Erfolg. Für die gerichtliche Durchsetzung eines Schadensersatzanspruches gemäß § 14 Nr. 4 WEG war die Klage zwingend gegen die Eigentümergemeinschaft als Ganzes zu richten, so die Richter, nicht gegen die übrigen Eigentümer. Dem geschädigten Wohnungseigentümer wurde aber noch die Möglichkeit gegeben, die gesamte Eigentümergemeinschaft erneut zu verklagen. Für die unzulässige Klage gegen die übrigen Wohnungseigentümer musste er jedoch erst einmal die Kosten tragen (LG Frankfurt/Main - 17.05.11, Az. 2-9 S 54 / 10).